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Naturkalender heute, zur Startseite

So entsteht der Naturkalender

Worum es geht

Der Naturkalender beantwortet für jeden der 401 Kreise und kreisfreien Städte in Deutschland drei Fragen: Wann beginnt hier eine Blüte, eine Reife oder die Laubfärbung? Wie war das früher? Und wie weit ist die Natur in diesem Jahr? Dazu kommen Tiere, die an bestimmte Jahreszeiten und Nächte gebunden sind, und der Bodenfrost.

Pflanzen: die Phänologie des Deutschen Wetterdienstes

Der Deutsche Wetterdienst unterhält ein Netz ehrenamtlicher Beobachterinnen und Beobachter. Jahresmelder (6.625 Stationen) schicken am Jahresende einen Bogen mit allen Eintrittsdaten; ihre Reihen reichen bis 1925 zurück. Sofortmelder (1.218 Stationen) melden den Beginn noch am selben Tag. Beide Datensätze stehen unter der Lizenz CC BY 4.0 im Climate Data Center des DWD. Wir verwenden nur Meldungen, deren Qualitätskennzeichen nicht „zweifelhaft“, „ungültig“ oder „falsch“ lautet, und nur Termine in einem plausiblen Zeitfenster je Ereignis.

Seit einigen Jahren beobachtet der DWD Süßkirsche und Apfel getrennt nach früh und spät reifenden Sorten. Für Kirsch- und Apfelblüte führen wir diese Gruppen zu einer Reihe zusammen; je Station und Jahr zählt die früheste Meldung.

Die Termine je Kreis

Die phänologischen Jahreszeiten

Der DWD teilt das Jahr in zehn Jahreszeiten, die jeweils mit einer Zeigerpflanze beginnen: Vorfrühling (Hasel blüht), Erstfrühling (Forsythie), Vollfrühling (Apfel), Frühsommer (Holunder), Hochsommer (Sommerlinde), Spätsommer (Frühäpfel reif), Frühherbst (Holunderbeeren reif), Vollherbst (Eicheln reif), Spätherbst (Stieleiche färbt sich) und Winter (Stieleiche wirft das Laub ab). Für jeden Kreis zeigen wir, welche davon heute gilt: nach der ersten Meldung aus der Nähe oder, wenn es keine gibt, nach dem erwarteten Termin.

Auf dem Feld: Spargel und Erdbeeren

Spargel. Den Spargel beobachtet der DWD nicht. Er wächst aber erst, wenn der Boden warm genug ist; im Spargelbau gilt die Faustregel von etwa 12 °C in 20 Zentimetern Tiefe. Wir verwenden die Bodentemperatur, die der DWD mit dem Modell AMBETI täglich für rund 480 Stationen berechnet (derived_germany/soil/daily, CC BY 4.0). Als Beginn zählt der erste Tag ab dem 15. Februar, an dem der Boden in 20 Zentimetern Tiefe sieben Tage in Folge mindestens 12 °C hat. Für den Kreis gilt der Median der bis zu drei nächsten Stationen im Umkreis von 40 Kilometern, das Mittel stammt aus den Jahren 2010 bis 2024, der Vergleich aus 1991 bis 2000. Das Ende am 24. Juni ist die Tradition des Johannistags. Folie, Tunnel und Bodenheizung verfrühen die Ernte; die Termine hier gelten ohne diese Hilfen. Das Modell rechnet für unbewachsenen Boden; Spargeldämme auf Sand erwärmen sich eher schneller.

Erdbeeren. Der DWD führt die Erdbeere in seinem Katalog, veröffentlicht aber keine Beobachtungen. Belegt ist der grobe Kalender: Die ersten Früchte aus dem Folienanbau kommen Ende Mai, aus dem Freiland etwa eine Woche später, Hochsaison ist im Juni und Juli. Wie früh ein Kreis dran ist, schätzen wir aus dem phänologischen Frühsommer: Beginn der Freilandernte = Holunderblüte im Kreis plus ein fester Versatz, der den deutschen Mittelwert auf Anfang Juni legt. Im laufenden Jahr folgt die Schätzung der tatsächlich gemeldeten Holunderblüte. Das ist eine Näherung und steht auf jeder Seite als Schätzung.

Tiere: Funde aus GBIF

Für Kröten, Glühwürmchen, Feuersalamander, Störche, Kraniche und Rothirsche zählen wir die Funde in der weltweiten Artendatenbank GBIF (Global Biodiversity Information Facility) seit dem Jahr 2000, je Kreis und Monat. Darin stecken Kartierungen der Länder, Daten von Naturschutzverbänden und Beobachtungen aus Apps. Die Zahl sagt, wo und wann eine Art gefunden wurde; sie hängt auch davon ab, wie viele Menschen irgendwo beobachten. Keine Funde heißt nicht, dass eine Art fehlt. Fundorte zeigen wir nie genauer als auf Kreisebene, beim Feuersalamander auch zum Schutz vor der Hautpilz-Krankheit Bsal.

Heute Nacht: Faustregeln

Ob die Nacht passt, beurteilen wir mit einfachen Regeln aus der Wettervorhersage MOSMIX des DWD für die nächstgelegene Station:

Das sind Faustregeln, wie sie Naturschutzverbände verwenden, keine Vorhersage des Tierverhaltens.

Grenzen

Stand der Daten: 13.09.2026, 23:21 Uhr. Phänologie zuletzt gerechnet 2026-09-13 22:21.